Anforderungen

Anforderungen begleiten jeden und überall: nach einer aktuellen Studie einer großen Krankenkasse fühlen sich die meisten Menschen maßgeblich dadurch überfordert, dass sie auch nach der Arbeit erreichbar sein müssen und sowieso immer online sind; dass ihnen die immer höher werdenden Anforderungen Stress verursachen. 

 

Doch wer stellt diese Anforderungen wirklich?

 

Sind es „die“ anderen, oder sind wir es selbst? Wie kommen wir auf unsere Meinung darüber? 

 

Wann wird aus „interessanten Anforderungen“ ein negatives Stressempfinden?

Stress entsteht besonders dann, wenn die Kombination von hohen quantitativen und/oder qualitativen Anforderungen einhergeht mit

  • geringem Handlungs- und Entscheidungsspielraum
  • fehlende soziale Unterstützung am Arbeitsplatz sowie
  • mangelnde Anerkennung der Arbeitsleistung. 

In diesem Blog zum ersten Aspekt: Die Diskrepanz zwischen Anforderungen und dem Gefühl der Selbstbestimmung. Also:

 

Welche Möglichkeiten innerhalb von (Gesprächs-)Führung gibt es, diesen Gegensatz konstruktiv aufzugreifen?

 

Das Gefühl selbstbestimmt handeln zu können ist stressmindernd. Doch Selbstbestimmung benötigt einen Raum zur freien Entfaltung: für konstruktive Ideen, neue Wege. Doch zugleich bestehen eben auch „äußere Zwänge“ in Form von bspw. Aufgabenprofilen, Anforderungen, Ansprüche – die eigenen und die (oftmals nur vermuteten) der anderen.

 

In professioneller (Gesprächs-)Führung muss daher häufig entschieden werden, ob es im Moment förderlicher wäre darauf zu bestehen die Anforderungen einzuhalten oder Selbstbestimmung zuzulassen oder dazu Anzuregen. Und es stellt damit einen hohen Anspruch an die (Gesprächs-)Führung: 

  • Es fordert das Zulassen einer Selbstbestimmung des Mitarbeiters oder des Kollegen – bei gleichzeitig klarer Fremdbestimmung durch den äußeren Rahmen:
    In welchem Maße stimmen meine/unsere Aufgabenbeschreibungen, tatsächliche Anforderungen und aktuelle Tätigkeiten überein?
  • Es setzt eine Betonung der Beziehungskompetenz voraus und den Anspruch des Verstehens und verstanden werden Wollens.
    Wird eine wahrgenommene Unzufriedenheit angesprochen oder „unter den Teppich gekehrt“? Wer bestimmt die Alternativen?

Gleichzeitig sollten sich gerade Führungskräfte auch als Experten in ihrer aktiven, direkten Führungsrolle, mit ihrem Wissen einbringen und unterstützen - und sich doch so zurückhalten, dass keine Gefahr der Abhängigkeit von ihrem Wissen und in der Folge der geringen Entscheidungsfähigkeit (des Mitarbeiters) besteht.

 

Dann ist Platz für Handlungs- und Entscheidungsspielraum.

 

Zwischen Anforderungen und Selbstbestimmung, wird die Motivation aufrecht gehalten und negativer Stress kann gesenkt werden. 

Und dazu braucht es nur die Integration der drei grundlegenden, entwicklungsunterstützenden Aspekte:

  1. Eine authentische Haltung der (Führungs-)Person in ihrer Rolle,
  2. Wertschätzende, empathische Beziehungsgestaltung und 
  3. eine klare Kommunikation über die Anforderungen des (Arbeits-)Systems. 

Klarheit der Anforderungen, Kenntnisse des Möglichen und Wissen um die Möglichkeiten die diese  Kenntnisse in sich tragen. Das sind die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, um zwischen Anforderungen und Selbstbestimmung motiviert solchen Aufgaben nachzugehen, die den eigenen Fähigkeiten entsprechen. Und Aufgaben zu unterlassen die zermürben, weil sie nicht mit den eigenen Kompetenzen übereinstimmen.

 

Diese Klarheit hilft dabei, das Eine vom Anderen unterscheiden zu können. Und somit auch als Führungskraft entspannter durch den Tag gehen zu können.

 

 


Herzlich willkommen!

Dies ist die Seite zu Themen rund um Gesprächsführung & Persönlichkeitsentwicklung.

"GesprächsArt" ist der Blog der Dt. Akademie für Coaching und Beratung.

Besuchen Sie uns auch auf Facebook