Be-Deutungen

Am 31.10. wird wieder Halloween "gefeiert".

An diesem Tag ist auch der Reformationstag - der übrigens schon seit 1667 gefeiert wird. Wussten Sie, dass auch Halloween ein ursprünglich religiöses Fest ist? Welchem Fest stehen Sie näher? Dem Reformationstag oder dem Halloweenabend?

 

Bei genauem Hinsehen* besteht viel Übereinstimmung zwischen den ursprünglichen Absichten, das Fest zu initiieren. 

 

Ändert das Wissen Ihre Einstellung dazu?

 

Wie ist das in Gesprächen? Hier kommen Menschen auch schnell zu einer Meinung über etwas oder jemanden. Denn wir neigen dazu, den Handlungen eines anderen Menschen schnell innere Ursa­chen zu zusprechen: Jemand verhält sich so und so, weil er (z.B.) störrisch ist.

 

Andererseits versuchen Menschen ihr eigenes Verhalten eher mit äußeren, situationsbezogenen Faktoren zu erklären. Das sind Ergebnisse der sog. Attributionstheorie, die sich u.a. mit der Ursachenzuschreibung befasst. Demnach sind unsere Bedeutungszuschreibungen - oder Urteile - so ausgerichtet, dass unsere Sicht auf die Umwelt unversehrt bleibt oder sogar unterstützt wird.

 

Es kommt also darauf an, was man daraus macht.

 

Welche subjektive Bewertung etwas von uns bekommt, was etwas (oder jemand) für uns bedeutet ist ein Zusammenspiel zwischen Denken, Fühlen und Handeln.

 

Es leitet unsere Reaktionen. Denn unser Verhalten wird durch Wahrnehmung, Interpretation, Bewertung gesteuert.

 

Was hat diese Erkenntnis für Konsequenzen auf die Gesprächsführung?

 

Wenn Sie überprüfen wollen warum der andere so und nicht anders gehandelt hat, wenn Sie verstehen wollen, welche Bedeutung sein Handeln für ihn hat, dann ist der beste Ausgangspunkt dazu die Person mit ihrem "Bezugsrahmen" selbst zu befragen: dieser ist das „Zentrum“ ihrer „Erfahrungsquelle“. Diese könnten durch "Sprechen über" erschlossen werden, da sie ein individuelles Wahrnehmungsdreieck enthält: 1. Die Erfahrungen die die Person im Verlauf ihrer Biografie, 2. innerhalb verschiedener Situationen gemacht hat – 3. inklusive ihrer Bewertungen der Erfahrungen. 

 

Zur Überprüfung der Be-Deutungen, denen wir ein Handeln zusprechen - zum Fremdverstehen - ist es maßgeblich diesen Bezugsrahmen der anderen Person verstehen zu wollen: welche Bedeutungen sind es, die diese Person einer Situation zuschreibt? Was war der Anlass? Wie deutet die Person die Situation?

 

Und erstaunlicher Weise ist etwas oder jemand dann vielleicht gar nicht so, wie es oder er im flüchtigen „Vorbeidenken“ aussah. Doch dazu sollte die Bereitschaft da sein, sich auch auf das was kommt eizulassen, überraschen zu lassen. Kritsch Eigenes Denken überprüfen und offen sein zu wollen, für das was wir nicht mit den Augen sehen und können – sondern das nur verstanden werden kann.

(Und zum Selbst-Verstehen ist es übrigens möglich dem eigenen Bezugsrahmen genau zuzuhören).

 

Der 31.Oktober...

* Wenn der Feiertag „Allerheiligen“ begangen wird, mit dem an „alle Heiligen“ gedacht werden soll – dann wird am Vorabend, dem 31. Oktober, „Halloween“ gefeiert, dessen Bezeichnung sich vom englischen „All Hallows, Eve(ning)“, (Vorabend von Allerheiligen) ableitet. Der Bezug zwischen beiden Tagen ergibt sich daraus, dass die Katholiken ihrer Verstorbenen und aller „Armen Seelen“ im Fegefeuer durch Gebet und Ablässe gedenken. 

Doch in den letzten Jahren wurden immer mehr Stimmen laut, die sich damit auseinandersetzten, dass doch eigentlich am 31. Oktober dem Reformationstag gedacht werden sollte und nicht dem - mit fast Karneval ähnlichen Zügen verbreitete - Halloween. Dementsprechend lädt die ev. Kirche als „Gegenbewegung“ vermehrt zur (Martin)„Lutherparty“ ein, mit dem an die - durch Martin Luther angestoßene - Abspaltung von der kath. Kirche gedacht werden soll.

Herzlich willkommen!

Dies ist die Seite zu Themen rund um Gesprächsführung & Persönlichkeitsentwicklung.

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