Stellen Sie den Menschen in den Mittelpunkt?

… Das taten die Kannibalen auch - die hatten auch ein anderes Menschenbild als wir ;)

 

Menschenbilder stellen alle "irgendwie“ den Menschen in den Mittelpunkt.

 

Zum Beispiel nimmt das soziologische Menschenbild an, dass der Mensch als „Homo sociologicus“, durch seine sozialen Rolle und deren Verhaltensmaßgaben gesteuert ist - das ist die Ausgangsbasis für die Theorien und Vorgehensweisen. Oder, als ein anderes Beispiel, das Menschenbild des „Homo oeconomicus“: hier ist der Mensch ein auf ökonomische Zusammenhänge reduziertes Wesen, dass rational und nutzenmaximierend agiert.  Welches Menschbild ist Ihres?

 

Unser Menschenbild beeinflusst unser Verhalten zu den Menschen. 

 

Ein Menschbild ist mit bestimmten Ansichten verbunden, die nicht beliebig kombinierbar sind. Und diese zeigen in jedem Gespräch eine Positionierung - besser ist es, wenn man diese selber kennt, da sie sowieso bemerkt wird.

 

Denn gerade in „stressigen“ Situationen, in denen die Kontrolle des Bewusstseins vermindert ist und „Vorgenommenes“ kaum umgesetzt werden kann, reagieren Menschen „intuitiv“, auf die eine oder andere individuelle „Art und Weise“. Dies entspricht den Forschungen der Neurowissenschaften: je mehr Daten verarbeitet werden müssen, oder je weniger diese in den neuronalen Strukturen verankert sind, desto mehr entspringen Handlungsmuster dem Unbewussten, da die „Steuerungszentrale“ überfordert ist. Dieses „implizite Gedächtnis“ ist nicht dem Bewusstsein zugänglich, aber bestimmt das Verhalten einer Person: Wie wir zum anderen stehen, welche Haltung wir gegenüber einem Menschen einnehmen – dies zeigt sich früher oder später in der Gestaltung des Miteinander-Umgehens.

 

Von einem humanistischen Menschenbild geht der Personzentrierte Ansatz und sein Begründer, Carl Rogers, aus.

 

Es entspricht einer grundsätzlichen innerlichen Bejahung des Gegenübers. Dies schließt das Grenzen setzten, Anforderungen stellen, mit Widersprüchlichem konfrontieren nicht aus. Doch es glaubt daran, dass jeder Mensch sich seinen Fähigkeiten und Ressourcen entsprechend entwickeln will und kann – wenn er die Möglichkeit dazu bekommt. Und will ihn nicht für (s)einen Zweck oder (s)ein Ziel optimieren.

 

Das humanistische Menschenbild ist daher mehr als den „Menschen in den Mittelpunkt zu stellen“; es ist ein Menschenbild, „das den Menschen als Person versteht" und ihm daher anerkennend begegnet. (Schmid 2000:6).

 

Und das involviert unbedingte Wertschätzung und empathisches Verstehen.   

 


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