Was denn noch alles

Der Tag ist voll, die Woche sowieso, der Urlaub weit entfernt. Überall Anforderungen und dann sollen auch noch Gespräche im Team, mit Mitarbeitern, mit Kollegen „anders“, „besser“, „konstruktiver“, „effizienter“ … gemacht werden.

Wie soll das gehen?

Denn es sind doch gerade unsere gewohnten Handlungsabläufe, die uns in stressigen Zeiten das (Arbeits-)Leben erleichtern! Alles was von diesen Routinen abweicht ist ein holpriger Weg, der erstmal mühsam ist.

 Also: Auf „bessere Zeiten“ warten?

(Bis wann?)

 

Oder darauf, dass sich die Situation oder der Andere doch ändert – weil man ja alles so macht wie immer??? --- ? 

Aber: Reden wir wirklich in stressigen Situationen "wie immer", also routiniert?

Oder nur: wie wir es in ruhigen, überlegten Momenten tun, wie wir eigentlich wissen, dass es förderlich wäre? 

 

Aus diesen Gedanken heraus lade ich Sie mit diesem Blog zu einem kleinen Selbsttest über Ihre Gesprächsführung ein:

 

Denken Sie kurz über Ihre allgemeine, grundlegende Kommunikationsroutine nach. Ist Ihnen bewusst, wie Sie kommunizieren, wenn es „gut läuft“? Was machen Sie "immer so" und was sind die für Sie wichtigsten Merkmale daran?

 

Dann erst gleichen Sie die unten aufgeführten Zusammenfassungen mit Ihren ab – ich vermute, dass Sie sich sagen:

„Ist schon klar!“  "Nichts Besonders."

 

Eben.

 

Für die alltägliche Kommunikation

 

Die unten aufgestellten, übergreifenden Gesprächs-Techniken basieren zum einen auf der Annahme, dass jeder Mensch andere Perspektiven hat und Situationen auf seinem Erfahrungshintergrund interpretiert: Wie oft haben Sie schon den Eindruck gehabt jemanden zu verstehen und erst im Nachhinein entdeckt, dass das gar nicht der Fall war? Die nachfolgenden allgemeingültigen Vorgehensweisen sind daher unter diesen Prämissen zu lesen.

 

Und wenn diese angenommen werden können - wen wundert es - dann sind diese Techniken auch keine Gesprächstechnik mehr, sondern eine Gesprächshaltung und fördern konstruktives Miteinander. 

  1. Im Gespräch echtes Interesse zeigen. Egal wie lang oder kurz das Gespräch ist. Egal ob es „zwischen den Türen“ oder „am Schreibtisch“ stattfindet. Oder aber ganz deutlich sein in der Bitte das Gespräch zu einem anderen Zeitpunkt weiter zu führen.
  2. Die innerliche Bereitschaft zeigen, dass Sie Ihren Gesprächspartner gerne verstehen möchten, gerade wenn dies schwierig scheint: „Ich möchte noch besser verstehen, was Sie meinen.“ Dabei: Ausreden lassen. Blickkontakt halten. Zugewandte Körperhaltung sichern. Sich mit nichts anderem beschäftigen. Auch nicht mit der Frage wie man „es besser“ machen könnte! Das kommt später und dann im Austausch!
  3. Zwischendurch immer wieder: Das Gesagte zusammenfassen/Paraphrasieren. So wird nicht nur Verstehen gesichert und damit Vertrauen aufgebaut, sondern aufgeladene Gespräche verlaufen so auch ruhiger.
  4. Nachfragen. Mit Fragen, die zur Klärung beitragen und nicht suggestiv sind. Menschen bemerken irgendwann wenn sie manipuliert werden, was entsprechend negative Auswirkungen auf die Beziehungsgestaltung hat.
  5. „Zwischen den Zeilen hören“. Stimmungen ansprechen. Aussprechen was nicht deutlich oder gar nicht ausgesprochen wurde. Die Nachfrage: „Was macht Sie gerade ärgerlich?“ entspannt das Gespräch, da nun bewusst das ausgesprochen werden kann, was aktuell wichtig ist. 

 Und? Alles klar?

 

Wenn es Ihnen also gelungen ist, diese ganz einfachen, grundlegenden Dinge, die "eigentlich" selbstverständlich sind, in Ihren Routinen so zu verankern, dass sie auch in schwierigen Situationen abrufbar sind, dann haben Sie die Basis für eine konstruktive Gesprächsatmosphäre gelegt - auch für schwierige Zeiten.


Herzlich willkommen!

Dies ist die Seite zu Themen rund um Gesprächsführung & Persönlichkeitsentwicklung.

"GesprächsArt" ist der Blog der Dt. Akademie für Coaching und Beratung.

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