Wechselspiel

Es ist Teil unseres psychologischen Alltagswissens, dass, als positiv empfundene zwischenmenschliche Kontakte, zum Wohlbefinden beitragen; sie helfen bei kritischen Lebensereignissen, beschleunigen Genesungsprozesse und unterstützen bei der Bewältigung alltäglicher (Arbeits-)Belastungen.

 

Doch manchmal bleibt das Gefühl, dass das gegebene Unterstützungsangebot wie in einem „schwarzen Loch“ verschwindet: es wird nicht - wie erhofft - angenommen oder die (vermehrte) Unterstützung scheint nicht zu genügen.

 

Entwicklungsunterstützende (Gesprächs-)Führung gelingt jedoch nicht alleine durch den Willen dazu. Es zählt, was beim anderen ankommt.

 

Die Frage ist daher nicht nur: Was habe ich angeboten, sondern:  Trifft das Angebot auf Resonanz? 

Ob das Unterstützungsangebot die Person erreicht hat, lässt sich mit einem Abgleich „der Reaktionen auf die Reaktionen“ beantworten, z.B. mit der Beantwortung der Fragen:

 

Wie viel Motivation wird bei der Person deutlich?

 

Wie sehr will sie sich für die Sache einsetzen oder sich kritisch mit Eigenem auseinandersetzen? Wie viel Energie ist zu spüren, eigene konstruktive Lösungen zu finden? Und daher sollte die Frage im Umkehrschluss an die eigene Person gerichtet sein:

 

„Auf einer Skala von 1 – 10…“ … Wie viel Energie setzt die andere Person für die Sache ein?

 

 --- Wie viel Energie setzte ich selbst ein?

 

In Bezug auf Aufgaben die hauptsächlich im Verantwortungsbereich des anderen liegen, gilt: Sobald der Zeiger auf Ihrer Energieskala höher steigt, als bei dem andern, „stimmt was nicht“. Wie viel Energie beim anderen zu spüren ist, eigene konstruktive Lösungen für die Sache zu finden – das ist eine entscheidende Frage um den eigenen Energiehaushalt zu schonen.

 

Und dann kann der Frage nachgegangen werden, welche Resonanz aufeinander zu spüren ist.

 

Denn gerade diese Resonanz ist es, die im Gesprächsverlauf eine zentrale Rolle spielt und die es ernst zu nehmen gilt. Denn es wird dann eine „ungute“ eigene Resonanz - Inkongruenz - zu spüren sein, wenn 

  • im Kontakt Emotionen ignoriert werden, um die Fassade aufrecht zu erhalten. Wenn z.B. das Bild der „netten, hilfsbereiten Führungskraft“ aufrecht gehalten werden will, obwohl – bei ehrlicher Innenbefragung – der Ärger da ist.
  • Wenn der „Bauch“ Entscheidungen trifft obwohl der Kopf entschieden dagegen spricht. Wenn Alternativen, Vorschläge, Vorgehen, trotz besseren Wissens vorschnell „abgenickt“ worden sind.

Wenn immer wieder auf die gleiche ungünstige (Verhaltens-)Art versucht wird etwas zu bewirken, ohne daraus konstruktive Konsequenzen zu ziehen. Wenn „eigentlich“ immer wieder bemerkt wird, dass ein Verhalten das gleiche Ergebnis mit sich bringt, aber „man sich machtlos fühlt“ etwas anderes zu tun.

 

Einseitiges Handeln führt in die Sackgasse. Man kommt irgendwann nicht weiter.

 

Dann ist eine Möglichkeit ganz bewusst stehen zu bleiben, sich umzuschauen, wahrzunehmen: was ist hier mit mir im Kontakt eigentlich los? Gehen wir aufeinander zu oder läuft der eine dem andren hinterher?

 

Ist es ein Miteinander oder ein ungleiches Füreinander?

 

Und aus diesem Bewusstsein heraus, könnte dann das Wechselspiel angesprochen und die Quantität und Qualität des Engagement für Etwas geklärt werden.


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