Zwischenmenschliche Vorsätze

 „Ich muss dringend mal mit Britta sprechen.“ „Am Montag werde ich Herrn Müller mal in die Schranken weisen, wenn er mich wieder so komisch anredet.“

 

Vielleicht haben Sie schon mal solche oder ähnliche Vorsätze gefasst. Und vielleicht haben Sie auch bemerkt, dass diese „irgendwie“ im Sande verlaufen. Es ist nicht der richtige Moment oder plötzlich doch nicht mehr so wichtig.

 

Bis dann der nächste Ärger da ist. 

 

Vorsätze haben das Merkmal des „Ungenauen“: „Ich muss/müsste mal“ (wann genau?), „eigentlich“ (wieso?), „einfach lockerer reagieren“ (wie?), „was anders machen“ (was?). Vorsätze neigen dazu schon im Ansatz zu scheitern - weil sie nicht ernst gemeint sind. Irgendetwas lässt Sie zwar „wissen“ dass es so nicht gehen wird. Doch die Umsetzung scheint zu mühsam.

 

Über dem „wie dann?“ sollte daher die Beantwortung Frage stehen: „Wie ernst ist es Ihnen? Wie hoch müsste Ihr Einsatz sein? Warum stört Sie das Verhalten überhaupt?    

Vorsätzen fehlen vor allem die Klarheit.

 

Ziele dagegen helfen langfristig zu denken und zu handeln und Motivation und Ausdauer über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Sie helfen dabei zu agieren und nicht nur zu reagieren. Ziele sind Vorwegnahmen von Handlungsfolgen: Sie beziehen sich auf zukünftige Handlungsergebnisse. Sie fordern Klarheit in der Bestimmung: Was, wann, wo, wie, womit und – warum.

 

Das ist schon im Vorfeld anstrengend.

 

Je länger und schwerer der Weg ist, desto mehr steht die Beantwortung der Frage „Warum“ im Vordergrund. Besonders, wenn es Änderungen des Verhaltens betrifft: Warum ist mir das so wichtig? Warum will ich, dass diese Person mich „anders“ – freundlicher oder überhaupt - anspricht? Was will ich anders machen? Haben Sie keine wirklich guten Gründe, werden die „inneren Bremsen“ immer stärkere Macht haben.

 

Versuchen Sie, sich über Ihr Gefühl in der Situation, über Ihr Gefühl zu dieser Person, so klar wie möglich zu werden! Was gefällt Ihnen in Ihrem derzeitigen zwischenmenschlichen Zusammenspiel mit dieser Person nicht? Was möchten Sie bei sich ändern - damit sich Ihre Beziehung ändert?

 

Was wünschen Sie sich stattdessen?

 

Dazu könnten Sie zum Beispiel die folgenden Fragen so genau wie möglich beantworten und Ihre Antworten schriftlich festhalten. Lassen Sie sich dafür ruhig einige Tage Zeit! 

  1. Klären Sie Ihre Situation: Was gefällt Ihnen an Ihrer jetzigen Situation nicht? Was möchten Sie auf jeden Fall ändern? Was lässt sich an Ihrer Situation nicht ändern, was aber können und was wollen Sie daran ändern?
  2.  Analysieren Sie Ihre Motive und Wünsche: Wie möchten Sie in drei Tagen – drei Wochen – drei Monaten – drei Jahren wahrgenommen/angesprochen werden? Gibt es in Ihrem Bekanntenkreis einen Menschen, der für Sie ein Leitbild darstellt?

    Formulieren Sie den nächsten Schritt - nach den bisherigen Überlegungen:
  3. Was ist für Sie derzeit das Wichtigste? Warum? Was wollen Sie innerhalb des nächsten Zeitraumes unbedingt erreichen? Was sind Sie bereit, hierfür zu investieren?

    Und dann:
  4. Was bedeutet das ganz konkret und anschaulich. Was müssten Sie dafür anders tun?

 

Und dann fangen Sie damit an.

 


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