Was macht Sinn?

Da hat die Freundin sich für einen Urlaub in Afghanistan per Rucksack entschieden, der Kollege nimmt eine neue Stelle in einem umstrittenen Unternehmen an und Ihre Kollegin entscheidet wieder mal eigenmächtig. ohne die erforderliche Absprache.

 

Ist das denn wirklich durchdacht? "Vernünftig?" Warum tut er/sie das? Das macht doch keinen Sinn?

 

Doch was bedeutet es, wenn davon gesprochen wird, dass etwas "Sinn machen soll"?


Für die meisten Menschen bedeutet dies, dass sie sich mit etwas identifizieren können, dass ihnen etwas wichtig ist; so wichtig, dass sie sich für ihr Sinnvolles vermehrt einsetzen. Es motiviert. Sinn bedeutet also auch, dass sich Motivation für etwas freisetzt, um bewusst bestimmte (Lebens-)Ziele verfolgen zu können. Moment - bewusst? 

 

Das würde doch voraussetzen, dass wir uns über unsere Motive, also das, was unser Handeln leitet, bewusst wären. Doch das ist ja nur zum Teil so. Die Aussage: „Das macht Sinn“, scheint dann ein wichtiger Antreiber, der Dinge engagiert nachgehen lässt, der jedoch nicht immer vorsätzlich sein muss. Es kann auch eine Einstellung sein, die „irgendwie“ wichtig ist, die zu etwas antreibt. Und es führt zu der (indirekten) Frage, die häufig gestellt wird: 

 

Welchen Sinn macht es für den anderen, das zu tun, was er/sie tut? 

 

Was zieht den Menschen nach Südasien, in eine neue Stelle oder lässt ohne Absprachen agieren? Was für ein Nutzen hat eine Person von ihrem – aus einer Außensicht unverständlichem - Tun? Für wen oder für was tut sie das? Dieser Nutzen ist vielleicht verborgen, nicht direkt ersichtlich – aber da.

So stellt Sinn auch immer eine Abgrenzung zu anderen Personen dar oder eine Übereinstimmung, in dem was als sinnvoll angenommen werden kann.

 

Und im Gespräch kann auf verschiedene Weise damit umgegangen werden: 

  1. Es kann der Sinn einer Handlung im Gespräch erschlossen werden, es kann ergründet werden was als treibende Kraft dahintersteht; an Unterschieden und Gleichem.
  2. Es kann auch „einfach“ akzeptiert werden, dass „etwas“ für die Person schon Sinn machen wird, ohne dass diese sich dafür rechtfertigen soll.
  3. Es kann auf individuelle oder kollektive Absprachen hingewiesen werden, bzw. deren Gültigkeit überprüft werden. Dies wäre die Erinnerung an einen übergeordneten Sinn, der z.B. als Unternehmenskultur oder als Arbeitsbündnis besteht und als Arbeitsbasis anerkannt worden ist. 

Der Unterschied in der Umgangsweise liegt u.a. darin, wer oder was involviert wird, wessen (Sinn-)Grenzen damit u.U. verletzt werden:

 

Steht die Handlung im Gegensatz zu dem, was ich selbst als sinnvoll ansehe?

 

Wenn die Handlung im Gegensatz zu individuellen oder/und kollektiven Absprachen steht - sind diese noch gültig oder könnten sie kritisch auf ihre Aktualität geprüft werden? Die Frage nach - und der Akzeptanz von - „Sinn“ im „Alltagsgeschäft“ sollte sich daher von eher philosophischen Diskussionen lösen und klären:

 

Gibt es einen individuellen Eigensinn der in seiner Ausführung keinen anderen verletzt oder werden andere Sinn-Grenzen missachtet und sinnvolle Absprachen ignoriert? 

Herzlich willkommen!

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