Woran orientieren wir uns?

Woran wollen wir uns orientieren bei dem, was wir denken, sagen, tun? An dem was wir vorfinden, weil es sich in dieser Weise bisher „einfach so“ so entwickelt hat, oder an dem, wie es „sein müsste“, damit wir das, was uns als Mensch ausmacht, wir bewahren und weiterentwickeln können?

 

Gerald Hüther* fasst die Antwort so zusammen: „Und unabhängig davon, ob wir dieses Wissen durch eigene Überlegung oder durch die Übernahme von anderen gewonnen haben, hat das, was wir erkannt haben, meist keine unmittelbare Auswirkung auf unser Handeln. Wie viele Menschen haben erkannt, dass so vieles, was sie tun, nicht dazu beiträgt, gesund zu bleiben, glücklich zu werden und ihre Talente und Begabungen zu entfalten. Aber etwas erkannt zu haben heißt nicht, dass es uns auch wirklich berührt. Und wenn es uns nicht berührt, ändert sich auch nichts im Hirn.“

 

Emotionen, Gefühle, Erlebnisse und das Erleben in förderlichen Beziehungen sind der Motor der Veränderung. Doch wie häufig werden schnelle, pragmatische Lösungen vorgezogen? Lösungen, die sich auf das Tun konzentrieren und nicht auf den Menschen, den diese betreffen - ob sie ihn wirklich erreichen, berühren.

 

Zur wahren Orientierung müssen wir uns selbst entdecken und erkunden was wir tun und warum wir es tun:

  • Weil wir es vielleicht „immer schon so getan haben“, jedoch die eigenen Argumente dafür - bei genauerem in uns hineinhören - dazu mittlerweile schal klingen?
  • Weil wir verführerischen Versprechungen unterliegen („Wir lösen Ihr Problem bereits nach ein-zwei Treffen“ – Für wie lange?)
  • Weil es „große Namen sind“, die schon wissen was „richtig ist“? – Für wen? Brauchen wir jemanden, der weiß was für uns richtig ist? 

Die meisten Menschen wissen heute, dass eine nachhaltige Gewichtsabnahme von 20kg in vier Wochen unrealistisch ist – auch wenn es von "Experten" mit „neuen wissenschaftlichen Ergebnissen“ versprochen wird.

 

Wie kommt es, dass, wenn es um komplexe Wechselspiele in Beziehungen und anderen persönlichen Veränderungen geht dann darauf gebaut wird, dass es schnelle Lösungen gibt? Dass es damit getan sein könnte, das andere sagen, wo das Problem ist und Möglichkeiten für uns haben?!

 

Es hilft nichts anderes: Wenn wir langfristig was ändern wollen, wenn wir uns weiter entwickeln wollen, wenn wir mit unserer eigenen inneren Kursbestimmung gehen wollen - dann müssten wir auf die eigenen inneren Stimmen auch hören wollen. Und deren Sprache lernen, mit der diese (Gefühls-)Stimmen mit uns reden, damit wir uns auch selbst verstehen.

 

Wir müssten uns selbst aufspüren und gleichzeitig offen sein, für die Impulse die von innen kommen. Das ist manchmal anstrengend, langwierig, mühselig. Denn das bisherige "Bewährte" müsste - wenn es hinderlich geworden ist - losgelassen werden, damit Platz ist für Neues. 

 

Wir sollten also ab und an stehen bleiben, uns orientieren und überprüfen ob wir auf unserem Weg gehen.

 

* Hüther, G. (2018): Würde. Was uns stark macht - als Einzelne und als Gesellschaft. Knaus Verlag

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