Coaching Glossar

 Hier haben wir für Sie eine Liste zusammengestellt, mit den für uns coachingrelevanten Begriffen und beigefügten Erklärungen.

Coaching Glossar, Coachingweiterbildung, Coachingausbildung, Personzentrierter Ansatz

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Als-Ob-Rahmen

Der "Als-Ob-Rahmen" ist eine gedankliche und sprachliche Konstruktion, die im Coaching zur Themenklärung angeregt werden kann.

Der Coache soll dabei eine Situaion so schildern, als ob das gewünschte Ergebnis bereits eingetreten sei. Diese Imagination der vorgestellten Situation, regt ein kreatives Problemlösungsdenken an, da sich die Person in die erwünschten Lösung hineinversetzt. Dadurch lassen sich mögliche Lösungswege, Konsequenzen und Hindernisse erkennen.

Bei dieser Technik wird wieder deutlich, wie wichtig das Zuhören & Verstehen ist – bevor interveniert wird. Denn die Person sollte ja die Bedeutung ihrer Gedanken, Gefühle und Handlungen besser verstehen können und nicht die des Coaches integrieren.

Beobachterolle

Sich selbst beobachten. Na klar - macht jeder mal? Auch wenn es „drauf ankommt“? Im Coaching kann der Coachee dazu angeregt werden eine Beobachterrolle einnehmen. So kann er den Prozess oder die Situation, die ihn oder sie belastet, von außen oder aus einer höheren Sicht heraus beobachten. Doch bitte nicht nur kognitiv, sondern: wie ging es ihm/ihr dabei? Welche Gedanken kamen auf UND welche Gefühle waren da UND waren diese mit den Handlungen kongruent?  Eine personzentrierte Begleitung in die „Meta-Perspektive“ kann hier also neue Erkenntnisse und neues Erleben bringen.

Coaching-Kompetenz

In verschiedenen Studien sind immer mal wieder Kompetenzen nachgeprüft worden, die ein Coach haben sollte. Z.B. wird verlangt, dass Coaches „geistig und emotional selbstorganisiert“ sind und bestimmte GRUNDLEGENDE EINSTELLUNGEN an den Tag legen. (Letztes ist für uns die humanistische Haltung.) Und alle Kompetenzmodelle gehen gleichermaßen von folgenden Komponenten aus über die ein Coach verfügen sollte: Feldkompetenz, persönliche Kompetenz, Handlungskompetenzen, sozial-kommunikative Kompetenz sowie fachlich-methodische-Kompetenz – mit entsprechenden Differenzierungen. Doch EINE KOMPETENZ möchte ich besonders herausheben, die dort nicht aufgeführt ist, die m.E. jedoch auch der „C“-Buchstabe hätte sein können: CHAOSVERSTEHENSKOMPETENZ. Sie setzt voraus, dass der Coach das KOMMUNIKATIVE CHAOS des Coachings verstehen kann UND dabei den roten Faden hören kann. 

Denn: Coachinggespräche sind KEIN LINEARER VORGANG! Auch wenn manche Techniken, mit ihrem engen schrittweisen Vorgehen, dies vorgaukeln. Doch, wenn DIE PERSON IM MITTELPUNKT stehen soll, wie sie denkt und fühlt, dann kann der Coach NICHT WISSEN was genau als nächstes für die Person wichtig wird. Und daher muss der Coach das kommunikative Chaos mitgehen und „nondirektiv leiten“ können: 1.zuhören – 2.verstehen – 3.intervenieren. 

Diskretion

Seriöses Coaching macht bei Verschwiegenheit und Schweigepflicht KEINE KOMPROMISSE. Denn sie bilden den "Schutzraum", den ein Coaching bieten muss. Wie Sehen Sie das? Und: Wie gehen Sie damit um, wenn mit dem Kontrakt zwischen Coach, Klient*in und Auftraggeber bestimmt wird, dass in „Transfergesprächen“ die SCHWEIGEPFLICHT aufgehoben werden soll? 

  • Nehmen Sie den Auftrag an?
  • Lehnen Sie ihn unter diesen Umständen ab?
  • Gehen Sie Kompromisse ein?
  • Sind Sie klar in Ihrem „Nein“ zu Details aus den Coachingsitzungen? 

Und UMGEKEHRT? Die KlientInnen sind NICHT der Schweigepflicht unterworfen. Sie könnten über die Inhalte und Ablauf der Gespräche erzählen. 

(Wie) Thematisieren Sie dies?

Erfahrung

Marita erzählt im Coaching über ein Erlebnis, das sie mit ihren aktuellen Erfahrungen nicht mehr zusammenbringen kann. Oder: Tobias hat im Coaching gerade etwas erlebt, dass ihn an eine frühere Situation erinnert hat. 

 Eine „ERFAHRUNG MACHEN“ bezieht sich auf das Hier-und-Jetzt und ist ein ZENTRALER ASPEKT in der humanistischen Psychologie. Erfahrung ist dabei das, was in einem unmittelbaren Moment erfahren oder erlebt wird. Und doch schließt es die Erinnerungen mit ein, die durch das zurückliegende Erlebnis aktiviert werden. Personzentriert-integrative Interventionen setzen daher immer in der Gegenwart von persönlich-beruflichen (inneren) Konflikten an: Wie geht es Ihnen gerade, wenn Sie das jetzt so sagen..., erzählen..., Ihnen bewusst wird... ? Wie ist es, in diesem spezifischen Moment? 

Dies aufgreifen zu können und dem Bewusstsein zugänglich zu machen, ist der große Mehrwert, der aus HIER-UND-JETZT gezogen werden kann. 

Feedback

„Möchte Sie dazu ein Feedback von mir?“

„Möchten Sie wissen, wie das, was Sie sagen, gerade auf mich wirkt/in mir auslöst?“

Leitet ihr im Coaching eure Rückmeldungen so ähnlich ein, oder gebt ihr ohne Zustimmung eure Reaktion, die die Klient*in in euch hervorgerufen hat, an sie oder ihn weiter? Ist es überhaupt wichtig nachzufragen. Was meint ihr? 

Und ist Feedback des Coachs wichtig? Wozu?

Generalisierungen

... kommen im Coaching häufig vor: „Das ist doch immer so ....“, „Man kann das doch so nicht machen...“ 

Generalisierungen bilden vereinfachte Kategorien. Sie machen daher das Einordnen leichter. Wenn es jedoch um persönliche Themen geht, ist das Allgemeine hinderlich, um mit PERSÖNLICHEN THEMEN weiter zu kommen.

Wie geht ihr in Coachinggesprächen damit um? Die Richtung im Coaching soll doch sein: VOM ALLGEMEINEN ZUM SPEZIELLEN. Im Fühlen, Denken, Handeln. Und, alles miteinander in Übereinstimmung bringen. In unserer Coachingweiterbildung lernen unsere Teilnehmer*innen daher vor allem:

ZUHÖREN – VERSTEHEN – INTERVENIEREN. Damit die Klient*innen Unausgesprochenes aussprechen können. Und damit SICH SELBST BEWUSSTER handeln zu können. Daher sollte die Person nach ihrer eigenen Haltung, nach ihren eigenen Gefühlen explizit gefragt: Für wen gilt das? Von wem sprechen Sie gerade? Wie ist das denn bei Ihnen persönlich?

Haltung

Welche Haltung hast du als Coach gegenüber deinen Klient*innen? Welche Haltung hat dir deine Coachingweiterbildung vermittelt? 

Eine „gute“ Weiterbildung vermittelt eine echte, ehrliche Haltung und IST MIT DEN WERTEN DES „WIR“ VEREINBAR: sie darf anderen nicht schaden und darf nicht dogmatisch sein. HALTUNG UNTERSCHEIDET DAS VERSTEHEN VOM AKZEPTIEREN.

Ich kann jemanden in seinem entgegengesetzten Denken und Handeln verstehen und kann es trotzdem als nicht akzeptabel empfinden.

Daher: HALTUNG TRENNT DIE SACHE VON DER PERSON. Eine Haltung zeigt sich im Tun. Es ist eine Grundorientierung, die sich gerade in kritischen Situationen erkennen lässt. Denn gerade dann, wenn nicht auf kognitive Erklärungsmuster, auf gedanklich Umwege, die richtig oder falsch filtern, zurückgegriffen werden kann, dann wird Haltung sichtbar. Dann zeigen sich Handlungen die authentisch sind, zeigen sich Reaktionsweisen einer Person die An-Halt(s)-Punkte geben, zeigen sich innere Werte, für die sich der Einsatz lohnt. 

Das MERKMAL VON GUTEN COACHINGWEITERBILDUNGEN kann daher nicht sein, möglichst viel Geld und viele Klient*innen zu gewinnen. 

Interventionen

Eine Intervention ist ein einzelner Schritt innerhalb der (Gesprächs-)Technik; eine EINZELNE HANDLUNG die – im besten Fall bewusst - auf ein angestrebtes Ziel hin beeinflussen. Das kann eine spezifische Frage oder Anmerkung, ein Hinweis, eine Zusammenfassung sein.

Wir gehen davon aus, dass Interventionen beim Coachee besser ankommen können, dass sie mehr „Kraft“ haben, wenn sie BESTIMMTE EIGENSCHAFTEN enthalten. Daher sind im personzentriert-integrativen Coaching Interventionen …

  •  KURZ, da zu umfangreichen Ausführungen weniger in ihrem Kern aufgenommen werden können.
  • Geben das momentan WESENTLICHE WIEDER.
  • Setzen das ERLEBEN DES COACHEES IN BEZIEHUNG zu sich selbst und zur Umwelt in den Fokus.
  • Geben so KONKRET wie möglich den Kern dessen was der Coache meint, wieder.
  • Konzentrieren sich auf das HIER-UND-JETZT: Verbales und Nonverbales aufgreifen, das, was sich im Moment zeigt.
  • Ermuntern den Coachee dazu seine GEFÜHLE WAHRZUNEHMEN, auch und gerade, wenn dieser sich mit seinen Einstellungen und seinem Erleben nicht auseinandersetzen will.
  • Nehmen den COACHEE ALS EXPERTEN SEINER SELBST wahr. Der Coach kann fragen, ob er ihn richtig verstanden hat, wie er das aus seiner Sicht empfinde: „Ich frage mich gerade wie Sie das empfinden?“ „Ich frage mich gerade, was in Ihnen vorgeht?“
Jo-Jo-Effekt

Den JO-JO-EFFEKT gibt es auch im COACHING.

Doch eigentlich kennen wir diesen Begriff, als Beziechnung für eine unerwünschte und schnelle Gewichts-wieder-zunahme, nach einer Reduktionsdiät. Wenn man eine solche Diät wiederholt, dann kann sich das Körpergewicht wie ein Jo-Jo auf und ab bewegen – und vor allem: das neue Endgewicht ist dann oft höher als das Ausgangsgewicht. Dann wurde ZU SCHNELL, zu viel und häufig nicht ganzheitlich, eine VERÄNDERUNG GEWOLLT.

 

Diesen JO-JO-EFFEKT GIBT ES AUCH IM COACHING. Er tritt dann ein, wenn zu schnell Lösungen „gefunden“ wurden. Dabei wird oft dem Wunsch nach Wirksamkeit und dem der Klient*innen nachgegangen. In der HUMANISTISCHEN PSYCHOLOGIE und im Personzentriert-integrativen Coaching gehen wir jedoch von der Aktualisierungstendenz aus, der konstruktiven, „TREIBENDEN ENTWICKLUNGSKRAFT“ des Menschen. Und Diese lässt sich langfristig nicht von Lösungen überlisten, die nicht mit ihr im Einklang stehen. Sie will zuerst verstanden werden, welche Motive und Bedürfnisse hinter missachtet wurden. Daher: genau ZUHÖREN – VERSTEHEN – und dann erst solche INTERVENTIONEN setzen, die die Person – für ihre eigenen Lösungsfindung - integrieren kann: RESSOURCENORIENTIERT ARBEITEN.

Kongruenz

„Kongruenz“ – das ist ein Begriff, der in verschiedenen Bereichen benutzt wird - z.B. in der Mathematik oder Grammatik. Und er bedeutet, dass etwas IN ALLEN PUNKTEN ÜBEREINSTIMMEND, völlig gleich ist. Wenn dann im Bereich der PSYCHOLOGIE von „KONGRUENZ“ gesprochen wird, betrifft diese Übereinstimmung eben den Menschen. Was sollte beim Menschen übereinstimmend, kongruent sein? Häufig wird die Kongruenz von verbaler und nonverbaler Aussage gemeint. Also, dass jemand lacht und sagt wie fröhlich er gerade ist und nicht lacht und dabei erzählt wie schlecht es ihm geht.

Die dahinter liegende BEOBACHTUNG ist: wie kongruent sind die ÄUßERUNGEN. In der HUMANISTISCHEN PSYCHOLOGIE ist mit Kongruenz zunächst das INNERE ERLEBEN einer Person gemeint. Im Personzentriert-integrativen Coaching greifen wir dieses Erleben - die Übereinstimmung der Erlebensbereiche und auch die Diskrepanzen (Inkongruenz) – auf: 

Wie sich diese Person erlebt, mit Ihren verschiedenen Wahrnehmungsbereichen.

  • Mit ihren Gedanken - Ich denke...
  • Mit ihren Emotionen und Gefühlen - Ich fühle...
  • Körperreaktionen – Ich spüre...
  • Verhalten – Ich mache...

1. Eine Person nimmt dann IHREN INNEREN ZUSTAND, ihre Gefühle, Gedanken, Körperreaktionen

wahr, die im Hier-und-Jetzt in ihr entstehen.

2. Eine Person nimmt ihren inneren Zustand, ihre Gefühle, Gedanken, Körperreaktionen wahr, die im Hier-und-Jetzt und AUCH IM KONTAKT MIT EINER ANDEREN PERSON in ihr entstehen.

Lösungsorientiert

Um lösungsorientiert arbeiten zu können, brauchen wir ein Problem! Lösungsorientierung bezeichnet grundsätzlich den Fokus auf Lösungen oder auch „Annäherungsziele“ - statt auf zu behebende Probleme, oder „Vermeidungsziele“. Im Coaching kann damit der Zugang zu eigenen Lösungen und den dafür benötigten Ressourcen erarbeitet werden (guckt auch unter „J“: Jo-Jo-Effekt).

Folgende Grundsätze kommen in einem lösungsorientierten Coachingprozess zum Einsatz – es ist eins der INTEGRATIVEN ELEMENTE IM PERSONZENTRIERT-INTEGRATIVEN COACHING:

1. Trennung von Lösung und Problem

2. Ressourcenorientierung

3. Psychodynamische Wechselwirkungen beachten 4. Kooperationsorientierung mit einbeziehen

5. Veränderungsbeobachtung

 

Doch: wer das Problem nicht genau kennt, findet auch keine stimmigen Lösungen!

Die Herausforderung für Coaches besteht in den Gesprächen darin, dass Klienten oft nicht wissen, was ihr Problem genau ist; und, dass sie bereits die Lösung und die Ressourcen in sich tragen. Doch: Ohne die genaue Klärung des Problems, ist die Lösung nicht nachhaltig. Eine gründliche KLÄRUNG DES „THEMAS“ steht also einer nachhaltigen Lösungsfindung voran! 

Menschentypen

Als eine unserer INFORMATIONSQUELLEN IN BEGEGNUNGEN mit anderen Menschen dient uns unser Wissen über bestimmte Menschentypen. 

Wenn wir jemanden als „typisch junger Nerd“ beschreiben, vermitteln wir mit wenigen Worten ein sehr komplexes Bild, über das wir ebenso komplexe Informationen haben. Bewusst oder unbewusst. Solche Typologien fassen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zusammen, es sind „Stereotypen“. Und so lassen sich auch weitgehend unbekannte Menschen schnell zuordnen, was evolutionspsychologisch gesehen, Sicherheit gibt: eine schnelle Einordnung in die Kategorie „Freund oder Feind“. Im Coaching sollten wir uns genau aus diesen Gründen unserer Bedeutung solcher TYPISIERUNGEN bewusst sein. Denn sie steuern unsere Wahrnehmung. BESTIMMTE TYPEN lösen damit in uns bestimmte GEFÜHLE aus und steuern so auch unser Handeln in der Beziehung. Ob wir das wollen oder nicht. Ob uns das bewusst ist, oder nicht. Ein Grund mehr, dass Coaches, Berater & Co in ihrer WEITERBILDUNG VIELE SELBSTERFAHRUNGSÜBUNGENdurchgelaufen haben sollten. Und sich später kontinuierlich SUPERVIDIEREN lassen. 

Es hilft dabei, sich auf eine wirkliche Begegnung einzulassen, da die EIGENEN THEMEN mit diesem Menschentypen klarer sind.

Neutralität

Neutralität bezeichnet eine unparteiische oder ALLPARTEILICHE HALTUNG des Coaches, gegenüber dem Coachee. 

Ein Coach hat seine NEUTRALITÄT zu wahren. Er darf keine Person, keine Gruppe positiv oder negativ bewerten; sich auf eine Seite stellen. Auch nicht mit kleinen Nebenbemerkungen. BESONDERS dann nicht, wenn der Coachee das einfordert („Sie meinen doch auch, dass der das so nicht machen kann“.  „Mich würde Ihre Meinung dazu interessieren.“)

Offenheit

Offenheit in der Beziehung ist einer der Grundsätze der Personzentrierten Psychotherapie, auf deren Fundament das personzentriert-integrative Coaching steht. Es meint die OFFENHEIT UND ECHTHEIT des Coaches und die Offenheit des Coachees, gegenüber seinen Erfahrungen die im HIER-UND-JETZT gemacht werden. Ein schöner Gedanke. Oder eher bedrohlich? --- Es kommt darauf an! Denn Offenheit setzt Vertrauen voraus. 

Erst durch Vertrauen kann Offenheit möglich werden und erst dann die persönliche Entwicklung fördernd begleitet werden. Der psychische WACHSTUMSPROZESS ermöglicht es dem Coachee dann auch, mehr Vertrauen zu sich selbst zu gewinnen und sich zunehmend eigenverantwortlich entscheiden zu können. VERTRAUEN, OFFENHEIT UND DER GRAD DER SELBSTENTWICKLUNG sind also eng miteinander verbunden. 

Paradoxe Intention

Paradoxe Intention, oder: „Symptomverschreibung“ ist eine INTERVENTIONSTECHNIK – die eigentlich zur Behandlung von Angst- und Zwangsneurosen entwickelt wurde. Im Rahmen der paradoxen Intention wird die Person angewiesen, ihre am meisten gefürchteten Symptome herbeizuwünschen bzw. selbst in die Tat umzusetzen. In unserem Verständnis wäre dies eine KONFRONTATION, die wenig wertschätzend ist. Die personzentriert-integrative Methode arbeitet daher IM HIER-UND-JETZT MIT DEM SYMPTOM: bei der Person und ihrem unangenehmen Thema wertschätzend-empathisch bleiben, es vertiefen und aushalten was das scheinbar Unaushaltbare ausmacht. Und so die CHANCE zu geben, das Unliebsame in seiner BEDEUTUNG zu verstehen und daraus neue ERFAHRUNGEN integrieren zu können. 

Qualität

Die Qualität gibt an, in welchem Maß z.B. eine Dienstleistung den bestehenden Anforderungen entspricht; diese sind meist in einer DIN verankert. 

Im Coaching und für Coachingweiterbildungen gibt es eine solche DIN nicht. Doch ist eine fundierte, qualitativ gute Coachingausbildung ein WICHTIGER FAKTOR, AUCH bei der Auswahl eines eigenen Coaches. Woran erkennt man also eine GUTE AUSBILDUNG, wenn es keine DIN gibt? 

 Die führenden FACH- UND BERUFSVERBÄNDE sind sich z.B. über diese Kriterien EINIG: 

  • NACHWEISLICH qualifizierte Ausbilder*innen (es besteht die Möglichkeit ihre QUALIFIKATION undLANGJÄHRIGE LEHRERFAHRUNG abzufragen).
  • DAUER mindestens 12 Monate und 160 Zeitstunden zzgl. Selbstlerneinheiten und Durchführung eigener Coachingprozesse ist Pflicht.
  • Vielfältige ÜBUNGSMETHODEN und viele Gruppenaufgaben (oder sitzen die Teilnehmer*innen im Publikum und vorne hat der Ausbilder seine Bühne).
  • ZUGANGSVORAUSSETZUNGEN: Wird jeder genommen (hoffentlich nicht)? Welche Qualifikationen müssen Interessent*innen mitbringen?
  • Eine gute Coaching-Ausbildung ist nur eine mit SELBSTERFAHRUNGSANTEILEN.
  • Als PERSONALENTWICKLUNGSINSTRUMENT wird Coaching immer wichtiger. Daher ist die Unterscheidung zwischen Training, Beratung, Coaching, wichtig. 

Und der „IDEALE COACH“? - Der sollte eine solche Weiterbildung absolviert haben. Und über scheinbar WIDERSPRÜCHLICHE EIGENSCHAFTEN vereinen, wie z.B.: 

  • Empathisch, aber gleichzeitig belastbar sein.
  • Beziehungsstark und umgänglich sein doch dabei Distanz wahren. 

Denn ein Coach ist KEIN BEZAHLTER FREUND.

Reflexion

Reflexion ist Nach-Denken = prüfendes und vergleichendes Denken über das Gedachte, Erlebte, der Gefühle und Handlungen. Als Coach – und als Coachee sollte dazu ein Zustand der SELBSTAUFMERKSAMKEIT eingeleitet werden. Sich bewusst Zeit nehmen, sich nicht ablenken lassen.

Die Reflexion kann dann – zu einem bestimmten Thema – auf das Selbstkonzept (was jeder individuell über sich selbst denkt) gelenkt werden. Im Prozess der Selbstreflexion findet dann der VERGLEICH ZWISCHEN REALEM UND IDEALEM SELBSTKONZEPT statt.

 Und so gelingt es:

  • Selbstreflexion braucht Ruhe.
  • Kontinuität und kleine Schritte
  • Übe regelmäßig und schaffe Routinen.
  • Reflektiere herausfordernde Situationen.
  • Nutze deine Selbstbewertung als kritisch-konstruktive Vorbereitung.
  • Nimm dich und deine Gefühle selbst ernst dabei.
  • Sei ehrlich und wertschätzend zu dir selbst.
Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit ist das VERTRAUEN IN DIE EIGENEN FÄHIGKEITEN und steuert unser Verhalten positiv. Es ist von ineinandergreifenden Aspekten beeinflusst, die im wechselseitigen Austausch mit der Umwelt stehen. Im COACHINGPROZESS muss daher geklärt werden, ob die Handlungsabsicht im eigenen Einflussbereich liegt oder ob sie mit anderen Personen in Abhängigkeit steht. Ist das der Fall, wäre die Nachverfolgung eines Ziels Selbstsabotage. Dann mangelt es an Selbstwirksamkeitsempfinden und die Person steht sich selbst im Weg. Die gute Nachricht: Obwohl das Selbstwirksamkeitsempfinden tief mit unseren BIOGRAFISCHEN ERFAHRUNGENzusammenhängt, lässt es sich im Coaching entscheidend verbessern. Im personzentriert-integrativen Coaching wird dazu die Person eingeladen sich themenbezogen selbst neu zu erleben – im Hier-und-Jetzt. So können bestehende Überzeugungen geprüft und stärkende eigene Impulse integriert werden. 

Therapie

Eine Therapie stellt im weitesten Sinne die Beseitigung der Krankheitsursache oder der Symptome dar. Doch wann ist THERAPIE INDIZIERT und sollte im COACHING DARAUF HINGEWIESEN werden? Immer dann, wenn die SELBSTSTEUERUNGSMÖGLICHKEIT eines Menschen nicht mehr ausreicht, eine langfristige, konstruktive Problemlösung zu bewirken.

Wenn z.B. ersichtlich wird… 

  • dass aus situationsbedingten, angstauslösenden Vorstellungen Ängste so groß werden, dass sie den Lebensaktionsradius einengen, da die angstauslösenden Situationen gemieden werden.
  • wenn z.B. aus „momentanem Stress“ sich kontinuierliche Verhaltensweisen entwickeln, die die Wahrnehmungen, das Denken und die Handlungsmöglichkeiten des Menschen kontinuierlich negativ beeinflussen.

Das zu erkennen und danach zu handeln, ist Teil eines PROFESSIONELLEN COACHINGS!

Unbewusst

Das Unbewusste ist eine abstrakte Auffassung. Es enthält die Vorstellung davon, dass darin unsere Motive, Gefühle, Wünsche verborgen sind, die uns geprägt haben und in die wir doch keine volle Einsicht haben. Und dass es diese Bereiche gibt ist auch damit verbunden, dass wir uns schützen wollen: vor unangenehmen Gefühlen wie z.B. Angst oder Ohnmacht. Dazu verfügen wir alle über verschiedene Abwehrmechanismen, besser: SCHUTZMECHANISMEN, die uns dabei helfen, die unangenehmen Empfindungen immer wieder beiseite zu schieben. Ohne, dass uns die eigentlichen Gefühle und Motive dahinter bewusstwerden. Zur Erklärung gibt es dann Pseudoargumente, mit denen wir uns unsere eigene Sicht bestätigen. Daher ist Selbstreflexion so wichtig. Und dazu auch die Einsicht, dass es uns auch nie gelingen wird, den ganzen Teil des Unbewussten zu erforschen. 

Und das ist auch gut so - oder?

Verstehen

Wie viel weißt du über dich? Könnte es in deiner eigenen Welt verborgene Ecken geben, die du nicht kennst? 

Wie würdest du reagieren, wenn jemand, das DIR SELBST UNBEKANNTE, für dich deutet oder interpretiert. Und dir dazu Verbesserungshinweise gibt? 

Dazu zwei Thesen, wovon deine Reaktion abhängig sein kann:

 

1. Es ist abhängig von der QUALITÄT DER BEZIEHUNG, ob du die Deutung mindestens mal prüfen kannst und nicht direkt abwehrst.

2. Es ist abhängig vom Grad des Gefühls „verstanden zu werden“ – es ist ein menschliches GRUNDBEDÜRFNIS, und verstehen können ist eine KOMPETENZ die nicht jeder naturgemäß besitzt. 

 

Sich vorzustellen, wie sich etwas in anderen Welten, jenseits der eigenen Grenzen anfühlen könnte, ist EMPATHISCHES VERSTEHEN – und Teil der emotionalen Intelligenz. Denn: Empathisches Verstehen beabsichtigt, durch Reden und Handeln wie mit einer Sonde nach VERSUCH UND IRRTUM zu suchen und herauszubekommen, wie der BEDEUTUNGSKONTEXT des Anderen aussehen könnte. Viele empirische Studien zeigen, dass empathisches Verstehen für den NACHHALTIGEN ERFOLG von Coaching (und Therapie & Co) von entscheidender Bedeutung ist. Denn: Alle Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse werden vor einem individuellen Hintergrund interpretiert und verarbeitet und werden so zu unserer Wirklichkeit. 

Sich diese WIRKLICHKEIT IM COACHING anschauen zu können, setzt voraus, sich auf (s)eine fremde Welt einlassen und diese verstehen zu wollen; und sie als ein Teil des Inneren BEZUGSRAHMENS DER PERSONwertschätzend betrachten zu können. Diese Kompetenz ist erfahrbar und lernbar. 

Wertschätzung

W – wie Wertschätzung. Na klar. Der Begriff hat in den letzten Monaten ja fast etwas Inflationäres bekommen. Jeder will wertschätzend anderen gegenübertreten und ebenso behandelt werden. Und einig sind sich die meisten darin, dass der Begriff verbunden ist mit RESPEKT UND ACHTUNG.

Wertschätzung zeigt sich also in Zugewandtheit, Wohlwollen, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. Und doch wird Wertschätzung häufig einfach nur mit Loben gleichgesetzt – oder auch mit POSITIVEM KONNOTIEREN – dem Herausarbeiten positiver Aspekte. Doch in unserem Sinne gehen wir mit Carl Rogers: Wertschätzung bedeutet, „eine Person zu schätzen, UNGEACHTET DER VERSCHIEDENEN BEWERTUNGEN, die man selbst ihren verschiedenen Verhaltensweisen gegenüber hat“. Und wenn ich eine Person für etwas IN IHR lobe, dann bewerte ich ihr SO-SEIN. Wertschätzung einer Person entgegenzubringen bedeutet dabei nicht, mit allen Handlungen und Sachausführungen dieser Person einverstanden zu sein und ihre Werte, Regeln, Meinungen zu teilen. Sondern: wie sie sich in ihrem Person-Sein zeigt, mit Achtung zu begegnen - jenseits der von ihr nach AUSSEN GEZEIGTEN VERHALTENSWEISEN: Nicht zu bewerten, wie sich eine Person verhält, sondern - und gerade im Coaching - Interesse und Verständnis für ihre DAHINTERLIEGENDEN MOTIVE zu finden. FREUNDLICH, den vielleicht irritierenden Aspekten gegenüber zu sein und verstehen, welche Gefühle und Gedanken damit verbunden sind.

Xenophil

Wir, die Deutsche Akademie für Coaching und Beratung, vermitteln in unseren Weiterbildungen ein xenophiles Miteinander :) Also: Fremdenfreundlich aufeinander zu gehen zu können! Das bedeutet: Wertschätzung und Respekt anderen KULTUREN gegenüber. Anderen LEBENSSTILEN gegenüber. Anderen MEINUNGEN gegenüber. Einem anderen PERSON-SEIN gegenüber. OHNE jede andere Meinung und jedes Verhalten gutzuheißen oder mit allem Denken einverstanden zu sein – schon gar nicht, wenn Dieses nicht mit den WERTEN DES WIR zusammen zubringen sind.

Yin und Yang

Alles hat ein Gegenteil und bildet erst damit ein Ganzes – das will Yin und Yang ausdrücken. Das bekannte KREIS-ZEICHEN, das wir kennen, heißt eigentlich "Taijitu". Wenn wir auch nicht in die chinesischen Lehre abdriften wollen, so ist der Gedanke dahinter doch ein wesentlicher für das Coaching (und außerdem fangen die Begriffe mit Y an 😉 ). Der Gedanke dahinter meint, dass alles, was uns umgibt aus zwei unzertrennlichen Gegensätzen besteht. Yin und Yang steht für HARMONIE: Zwei entgegengesetzte Kräfte ziehen sich an und sind unzertrennlich. Keine davon ist der anderen überlegen. Sie stehen im Gleichgewicht. Dominiert einer der beiden Pole, ist das Gleichgewicht gestört. Und so ist das auch im Coaching.

Aus diesem Grund ist es für uns ein schönes Symbol. Es spiegelt die WECHSELWIRKUNGEN, die zwischen Coach und Coachee entstehen können wider. Können diese konstruktiv genutzt werden entsteht eine Ausgeglichenheit der Person-Kräfte, entsteht vermehrt Zufriedenheit und die Spannung lässt nach. Denn psychodynamische Kräfte sind immer gegenwärtig und bestimmen auch unser ungewolltes Handeln. 

Zuhören

Was hören wir, wenn wir jemandem zuhören? Welche Gedanken, Gefühle entstehen in uns? Sind wir mehr bei uns oder mehr bei der Person, die gerade etwas erzählt? Im Coaching müssen wir der Person zuhören können und GLEICHZEITIG bei uns sein!

Im personzentriert-integrativen Coaching ist das Zuhören daher auch an BEDINGUNGEN gebunden:

  • Begebe dich in den INNEREN BEZUGSRAHMEN der anderen Person – ohne mit ihr/ mit ihren Emotionen zu verschmelzen.
  • Höre, was zwischen den Zeilen gesagt wir.
  • Konzentriere dich auf das Hier-und-Jetzt.
  • Höre, wie deine Interventionen aufgenommen werden.
  • Höre dir selbst zu: Kannst du noch bedingungslos wertschätzend sein?
  • Was hörst du „gerne“? Was kannst du schwer aushalten? Zu was willst du animieren? 

Zuhören steht in diesem Alphabet am Schluss. Doch im Coaching steht es am Anfang: Zuhören steht vor Verstehen. Verstehen steht vor Intervenieren. 

Zuhören - Verstehen - Intervenieren: Das Buch zum Thema ist im Springer Verlag erschienen.


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