Authentizität & Selbstmanagement

„Denken Sie bei diesem Anblick an Zecken?“ Neulich las ich in einer Apothekenzeitschrift diese Überschrift. Und abgebildet war ein idyllisches Bild von einer Familie mit spielenden Kindern. Die innerliche Ruhe änderte sich in ein nagendes Unbehagen. Zecken? Ohje. Vielleicht ja auch auf meiner Wiese…? Sollte ich lieber was gegen Zecken kaufen…? Und deutlich häufiger als sonst, wenn ich durchs Gras gehe, denke ich nun an Zecken.
Woran wollen wir uns orientieren bei dem, was wir denken, sagen, tun? An dem was wir vorfinden, weil es sich in dieser Weise bisher „einfach so“ so entwickelt hat, oder an dem, wie es „sein müsste“, damit wir das, was uns als Mensch ausmacht, wir bewahren und weiterentwickeln können? Gerald Hüther* fasst die Antwort so zusammen: „Und unabhängig davon, ob wir dieses Wissen durch eigene Überlegung oder durch die Übernahme von anderen gewonnen haben, hat das, was wir erkannt haben,...

Da meldet sich wieder das Bauchkribbeln, die Verspannung im Nacken oder der Kloß im Hals: körperliche Anzeichen, die auf ein entstandenes Gefühl hinweisen - vielleicht auf Ärger, Trauer, Freude. Doch was war zuerst da? Der Gedanke, die Aussage: „Ich ärger mich gerade“, der Moment in dem gefühlt wird, dass das Herz „bis zum Hals schlägt“ und es dann als „Aufregung vor Freude“ identifiziert wird?
"Ich vertraue dir" – hören Sie das gerne? Vielleicht haben Sie es selbst auch schon einmal zu jemandem gesagt. Doch warum sagen wir es, und aus welchem Grund sagt es jemand zu Ihnen?

Das Jahr hat gerade begonnen, die Antwort auf die Frage „Was hast du dir vorgenommen?“ ist schon zu alt oder zu umfassend, um noch wirklich engagiert umgesetzt zu werden und der bestehende Highscore der ToDo-Liste wird schon zu Jahresbeginn getoppt. „Das fängt ja gut an“, ist in diesem Fall dann ironisch gemeint und soll das Gegenteil aussagen. Ironie wird nicht nur als Vorgang definiert, mit dem jemand auf eine indirekte Weise Spott zum Ausdruck bringt, indem er das Gegenteil dessen...
Die Gewissheit die eigenen Ziele zu kennen, seine Fähigkeiten und Ressourcen realistisch einschätzen und einteilen zu können, sind wichtige Aspekte des großen Begriffs „Selbst- und Zeitmanagement“. Und wie angenehm - wenngleich auch anstrengend - ist es doch, dass sich jeder selber "managen"/organisieren kann/darf/sollte. Doch es muss bei diesem Thema auch auf Risiken und Nebenwirkungen ausdrücklich hingewiesen werden: Achtung! Selbst- und Zeitmanagement! Sie könnten Ihre Komfortzone...

Eine der wichtigen Voraussetzungen, die für die Bildung einer langfristig tragfähigen Beziehung relevant ist, ist die „Authentizität“. Es ist das Glaubhafte, das „Echte“ und „Klare“, das eine Person im Kontakt ausstrahlt. Es ist das eigene „gute Gefühl“, das sich in einem selber „breit macht“, wenn sich alles echt und „ehrlich“ anfühlt. Es ist ein „(…) weg von den Fassaden, weg vom ,Eigentlich-sollte-ich‘ (…) hin zu einer Entwicklung zur Selbstbestimmung...
Da hat die Freundin sich für einen Urlaub in Afghanistan per Rucksack entschieden, der Kollege nimmt eine neue Stelle in einem umstrittenen Unternehmen an und Ihre Kollegin entscheidet wieder mal eigenmächtig. ohne die erforderliche Absprache. Ist das denn wirklich durchdacht? "Vernünftig?" Warum tut er/sie das? Das macht doch keinen Sinn? Doch was bedeutet es, wenn davon gesprochen wird, dass etwas "Sinn machen soll"?

Im Jahr 1994 machte der Psychologe Daniel Wegner, Professor an der Harvard University, mit dem Ergebnis einer Studie auf sich aufmerksam. Er entdeckte einen kognitiven Verarbeitungsmechanismus, den er später „ironische Prozesse“ nannte: Ein Objekt, Gedanken oder das Verhalten, das man in Gedanken zu vermeiden suchte, drängt sich gerade dann in den Vordergrund. In seiner Studie wurden Teilnehmer aufgefordert, jegliche Gedanken an weiße Bären zu unterdrücken. Natürlich hatten sie...